Was bedeutet Resilienz für Unternehmen und Kommunen?
Resilienz ist in aller Munde. Meist allerdings im Kontext von Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit und Stressmanagement: Wie gehe ich mit herausfordernden Situationen um? Wie bleibe ich gelassen und ruhig, wenn die Welt tobt?
Diese Fragen sind wichtig und sie lassen sich direkt auf Organisationen übertragen. Denn worum geht es für Unternehmen und Kommunen? Handlungsfähig sein, auch wenn es kritisch wird. Lieferfähig bleiben, Kundenversprechen halten. Die Grundversorgung der Bürger sicherstellen. Kurz gesagt: auch in der Krise funktionieren.
Resilienz heißt vorbereitet sein, wenn es darauf ankommt
Resiliente Organisationen haben eines gemeinsam: Sie sind vorbereitet. Sie haben Strukturen, Prozesse und Pläne, die greifen, wenn etwas schiefläuft. Das können technische Ausfälle sein, Lieferkettenprobleme, Cyberangriffe, extreme Wetterereignisse oder ein Brand im eigenen Gebäude.
Und das ist nicht weit hergeholt. Hier ein paar Beispiele aus der Praxis, die zeigen, wie real diese Szenarien sind:
Für Unternehmen:
- Ein längerer Stromausfall legt die IT, Produktion, Logistik und Kommunikation lahm. Beim Blackout in Berlin Anfang des Jahres waren mehr als 2.200 Betriebe betroffen. (1)
- Starkregen überflutet Keller, Lager- und Technikräume. Die Winterniederschläge z. B. haben in den vergangenen 65 Jahren um 25 Prozent zugenommen. (2)
- Ein Brand zerstört Teile der Produktionsstätte. Ohne Plan zur Notfallproduktion steht das Geschäft still.
- Ein Cyberangriff blockiert den Zugriff auf kritische Systeme. 2024 entstanden fast 290 Milliarden Euro Schaden durch Cyberangriffe und Datendiebstahl. (3)
Für Kommunen:
- Blackouts legen die Infrastruktur lahm. Beim jüngsten Fall in Berlin Anfang Januar waren zeitweise auch fünf Krankenhäuser und 74 Pflegeeinrichtungen betroffen. (4)
- Hochwasser und Starkregen überfluten Teile der kritischen Infrastruktur. In einer SWR-Umfrage gaben 47 Prozent der befragten Kommunen an, keine einsatzfähigen Konzepte zur Notwasserversorgung zu haben. (5)
Wer nicht vorbereitet ist, den trifft es besonders hart. Studien zeigen: Nach einem größeren Brand können 43 Prozent der Unternehmen den Betrieb nicht wie bisher aufnehmen, 23 Prozent verlieren den Marktanschluss in ihrem Segment, 28 Prozent gehen innerhalb von drei Jahren nach dem Brand in Konkurs.
Eigeninteresse – und zunehmend auch gesetzliche Pflicht
Resilienz liegt also schon aus rein wirtschaftlicher Sicht im ureigenen Interesse jeder Organisation. Wer seine Business Continuity sicherstellt, schützt Umsatz, Reputation und Arbeitsplätze. Wer als Kommune die Grundversorgung auch in Krisenzeiten gewährleisten kann, schafft Vertrauen und erfüllt seine Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.
Doch Resilienz ist längst mehr als freiwillige Kür. Normative und gesetzliche Vorgaben fordern sie zunehmend ein:
- Die ISO 9001 wird in ihrer kommenden Novelle Resilienz-Themen stärker in den Fokus rücken. Das Betrifft alle Unternehmen, deren Qualitätsmanagement entsprechend zertifiziert ist.
- Das geplante KRITIS-Dachgesetz verpflichtet Kommunen als Betreiber kritischer Infrastrukturen zu umfassenden Vorsorgemaßnahmen.
- Auch Unternehmen mit besonderer gesellschaftlicher Verantwortung (KRITIS-Sektor) müssen zunehmend nachweisen, dass sie auf Krisen vorbereitet sind.
Brandschutz, Arbeitsschutz, Notfallmanagement als Säulen
Wie aber lässt sich Resilienz konkret aufbauen? Ein zentraler Baustein sind vorausschauende Maßnahmen in den Bereichen Brandschutz und Arbeitsschutz. Sie sind direkt mit der Widerstandsfähigkeit einer Organisation verknüpft.
Brandschutz sorgt dafür, dass Brände möglichst gar nicht entstehen. Und falls doch, dass sie schnell erkannt, eingedämmt und gelöscht werden können. Gut durchdachte Brandschutzkonzepte, regelmäßige Prüfungen sowie klar geregelte Zuständigkeiten und Notfallpläne minimieren das Risiko von Ausfällen und Schäden.
Arbeitsschutz schützt die Belegschaft und damit auch die Betriebsfähigkeit. Wer systematisch Gefährdungen analysiert und Schutzmaßnahmen umsetzt, reduziert Ausfallzeiten durch Unfälle oder gesundheitliche Beeinträchtigungen. Gerade in Krisensituationen ist es entscheidend, dass Teams handlungsfähig bleiben.
Das Notfallmanagement regelt Zuständigkeiten und legt fest, wer wann was tut, wenn der Ernstfall eintritt. Dazu gehören Übungen im Vorfeld, klare Verantwortlichkeiten, Kommunikationswege für den Krisenfall sowie die Priorisierung von Ressourcen und Prozessen. Und das gilt auch für Kommunen: Wer sein Risiko für bestimmte Schadensereignisse im Blick hat, es systematisch analysiert, Abläufe plant und seine Einsatzkräfte vorbereitet, wird im Ernstfall schneller und erfolgreicher agieren.
Der nächste Schritt: vom Wissen zum Handeln
Resilienz entsteht allerdings nicht über Nacht und schon gar nicht von allein, sondern nur durch systematisches Vorgehen.
Durch Risikoanalysen, Notfallpläne, Schulungen, technische Nachrüstungen und klare Zuständigkeiten.
Schritt für Schritt. Genau hier setzt STEINHOFER an.
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Quellen:
(1) BR24, Berichterstattung zum Blackout in Berlin
(2) Kooperation KLIWA, „Starkniederschläge: Entwicklungen in Vergangenheit und Zukunft“, S. 22
(3) Bitkom, Studie „Wirtschaftsschutz 2025“
(4) Berliner Zeitung, Berichterstattung zum Blackout in Berlin
(5) ARD-Magazin „Report Mainz“, „Blackout, hybride Angriffe und andere Notfälle“