Interview: „Arbeitssicherheit ist ein Invest in die Zukunft“
Arbeitssicherheit ist für Unternehmen nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern auch ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung. Und hier können wir unsere Kunden künftig noch umfassender unterstützen. Denn: Unser Kollege Aaron Schwarz hat die Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft (Sifa) erfolgreich abgeschlossen (entspricht der früheren Bezeichnung FaSi – Fachkraft für Arbeitssicherheit).
Die feierliche Übergabe der Urkunde durch Michael Hofmann, Aufsichtsperson und Ausbildungsfachberater bei der VBG München, haben wir genutzt: Was bedeutet Arbeitssicherheit genau? Welche Veränderungen, Trends und Herausforderungen gibt es? Ein Gespräch mit Michael Hofmann und Aaron Schwarz.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Arbeitssicherheit“?
Hofmann: „Früher ging es bei Arbeitssicherheit in erster Linie darum, schwere und schwerste Unfälle im Umgang mit Maschinen zu vermeiden, zum Beispiel den Verlust von Körperteilen bis hin zum Tod. Das kommt heute zum Glück nicht mehr häufig vor. Heute geht es eher um Gesundheit am Arbeitsplatz im Allgemeinen.“
Was hat sich bei dem Thema in den vergangenen zehn Jahren getan?
Hofmann: „Arbeitssicherheit verfolgt heute einen ganzheitlicheren Ansatz. Und gerade das Thema „psychische Gesundheit“ wird dabei immer wichtiger.“
Schwarz: „Heute versuchen wir Arbeitssicherheit außerdem von vorneherein zu implementieren. Es geht um präventive Wege statt Kontrollen und Mängellisten.“
Hat sich damit auch das Aufgabenfeld von Sicherheitsfachkräften verändert?
Hofmann: „Früher bedeutete Arbeitssicherheit in erster Linie das Einhalten von Gesetzen und daran war auch die Sifa-Ausbildung ausgerichtet. Heute muss die Sifa ein viel größeres Spektrum abdecken und braucht dafür deutlich mehr Rüstzeug.“
Schwarz: „Natürlich spielen auch heute Gesetze eine Rolle, aber man ist viel stärker beratend tätig. Und dafür braucht man auch Verständnis dafür, wie Unternehmen ticken, und Einblick in Prozesse, Management und verschiedene Geschäftsbereiche.“
Trägt die Ausbildung zur Sifa diesen sich ändernden Umständen auch Rechnung?
Hofmann: „Absolut. Die Ausbildung ist wie ein Studium, das alles fordert, was die Sifa anschließend können muss: Berichte verfassen, Vorträge vor großen Gruppen halten, praktische Arbeit. Und es gibt keinen Stand, auf dem man sich ausruhen kann.“
Schwarz: „Arbeitssicherheit ist viel mehr als reines Methodenwissen. Das Thema bedeutet lebenslanges Lernen – theoretisch und praktisch.“
Was sind die derzeit größten Herausforderungen im Bereich Arbeitssicherheit?
Hofmann: „Ich sehe da drei Themen. Erstens die psychischen Belastungen im Arbeitsumfeld. Sie belegen inzwischen Spitzenpositionen, wenn wir uns die Krankenstände anschauen. Zweitens der Klimawandel: Gerade die Leute, die viel draußen arbeiten, haben andere Arbeitsbedingungen als früher, aber auch in den Büros wird es heißer. Und dann natürlich das Thema KI. Sie kann uns helfen, einfache Standardthemen leichter und schneller abzuwickeln. Bei der VBG haben wir bereits ein KI-gestütztes Programm, das beim Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen unterstützt.“
Welche Trends beobachten Sie?
Schwarz: „Früher hat man Dinge gemacht, einfach weil sie vorgeschrieben waren. Heute ist Arbeitssicherheit ein Invest in die Zukunft eines Unternehmens – in Gesundheit, in die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in weniger Fluktuation.“
Hofmann: „Die Sicherheitsfachkraft ist heute mehr Consultant als Kontrolleur. Das setzt aber voraus, dass man als Sifa auch gut mit Menschen umgehen kann.“
Welche Rolle spielen neue Arbeitsmodelle – Homeoffice, remote, hybrid?
Hofmann: „Es gibt wahrscheinlich kein Unternehmen mehr, das nicht irgendeine Form flexiblen Arbeitens anbietet. Auch Desk Sharing gehört dazu. Heißt: Das Thema Ergonomie wird wichtiger. Und der Arbeitgeber hat auch eine Fürsorgepflicht für das Arbeiten zuhause. Er kann nicht vorschreiben, wie sich die Leute zuhause einzurichten haben, aber er kann für das Thema sensibilisieren, es vorleben und die Leute befähigen.“
Welche Erfolge hat man in Sachen Arbeitssicherheit bereits erzielt?
Schwarz: „2024 hat die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Deutschland einen neuen Tiefststand erreicht. Anfang der 2000er Jahre waren es noch doppelt so viele.“
Hofmann: „Die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt seit Jahrzehnten. Das ist eine absolute Erfolgsgeschichte und auch ein internationaler Trend.“
Wo sind aus Ihrer Sicht noch Hausaufgaben zu machen?
Schwarz: „Auch wenn sich schon einiges getan hat, müsste das Thema aus meiner Sicht noch stärker in den Köpfen verankert werden. Dazu braucht es allerdings die Rückendeckung der Geschäftsführung und das Commitment von oben.“
Mit diesen Leistungen kann Ihnen STEINHOFER beim Thema Arbeitssicherheit unter die Arme greifen.